Die Welt des Tees

Tee ist mehr als nur ein Getränk und hat eine sehr lange Geschichte. Einst in Form von Tee-Zeremonien zelebriert, kann heute jeder dieses hochwertige Erlebnis zu sich nachhause holen.

In diesem Tee-Ratgeber erfährst du Wichtiges über Teesorten, Geschichte, Anbaugebiete, Ziehzeit, Wassertemperatur und -Qualität, Aufbewahrung, die "richtige" Zubereitung von Tee und Inspirationen für etliche Möglichkeiten der Variation in der Zubereitung.

Wir möchten Dich dabei unterstützen, den Tee noch besser zu verstehen - denn er ist so vielfältig und besonders, dass ein einfaches Übergießen der wertvollen Blätter mit heißem Wasser ihm nicht gerecht wird.

Wir möchten dir bei den häufigen Fragen helfen, wie:
"Wie bereite ich Tee richtig zu?"
"Wieso wird mein Tee bitter?"
"Wie bewahre ich Tee richtig auf?"
"Wie lange sollte Tee ziehen?"
Und vieles mehr.

Folge uns auf einer Reise in die Welt des Tees und verstehe ihn als das, was er ist: ein Erlebnis und eine Reise in die Vergangenheit!

Was ist Tee eigentlich? Und was nicht?

Tee wird umgangssprachlich alles genannt, bei dem Pflanzen oder Kräuter mit Wasser aufgegossen werden. Das ist rechtlich auch zulässig - allerdings botanisch nicht korrekt.

"Echter Tee" stammt immer von der selben Pflanze - der Teepflanze bzw. wissenschaftlich der "Camellia sinensis". Botanisch betrachtet ist daher z.B. ein Pfefferminz-Tee gar kein Tee, sondern ein Aufgussgetränk - denn hier wird Pfefferminze aufgegossen und nicht die Teepflanze.

Das mag jetzt sehr langweilig und nicht wirklich vielseitig klingen, doch Tee gehört zu den komplexesten Agrarprodukten der Welt. Alleine der Anbauort des Tees hat mit seinem individuellen Boden, der Höhenlage und dem Klima einen Einfluss auf die Aromen der Pflanze. Zudem gibt es, ähnlich wie beim Wein, verschiedene "Cultivars" der Pflanze - gezielte Züchtungen mit bestimmten Eigenschaften. Botanisch mag es also immer die selbe Pflanze sein - doch die verschiedensten Einflüsse beim Anbau schaffen bei jeder Pflanze einzigartige Aroma-Variationen.

Die typischen Teesorten, die aus der Teepflanze gewonnen werden

Nachdem wir gelernt haben, dass "echter Tee" von der Teepflanze stammt, schauen wir uns mal an, was für Sorten an Tee sich hieraus gewinnen lassen.

Wie bereits beschrieben: es ist zwar immer die selbe Pflanze, doch es gibt unfassbar viele äußere Einwirkungen beim Anbau und sogar bei der Ernte (z.B. die Erntezeit), die jeden der daraus gewonnen Tees einzigartig machen. Der Boden selbst, Klima, Lichteinfall, Luftfeuchtigkeit und vieles mehr, lässt keine Pflanze völlig identisch aufblühen.

Doch wie entstehen nun die verschiedenen Teesorten?
Durch die Weiterverarbeitung der Blätter. Allgemein wird vom Fermentieren gesprochen, doch im Wesentlichen geht es um die Oxidation der Blätter. Nein, der Tee verrostet natürlich nicht, aber tatsächlich reagieren die Blätter nach dem Pflücken mit Sauerstoff - sie oxidieren. Durch gezielte Steuerung, Ausprägung und Beeinflussung dieses Prozesses entstehen die Sorten:

  • grüner Tee: hier wird die Oxidation sofort gestoppt; daher bleibt der Tee auch, wie der Name sagt, grün. Er ist eher mild und grasig
  • Schwarzer Tee: Du denkst es dir wahrscheinlich bereits: hier liegt eine starke Oxidation vor. Sie sind äußerst kräftig und werden daher oft gesüßt getrunken
  • weißer Tee: er wird nur minimal und schonend verarbeitet; meist werden junge Triebe nur gewelkt und getrocknet. Er schmeckt frisch und floral. Für seine Produktion werden nur Spitzentees verwendet.
  • Oolong: dieser wird nur teiloxidiert - je nach gewünschter Ausprägung verschieden stark. Die Geschmackstabelle reicht hier von blumig bis stark geröstet
  • Pu-Erh: neben der "Fermentierung" findet hier noch eine zusätzliche Reifung statt (durch Mikroorganismen), ähnlich wie bei Wein. Diese Reifezeit kann etliche Jahre betragen. Er entwickelt einen tiefen, erdigen Geschmack.

Wir sehen - Tee ist, obwohl es immer die selbe Pflanze ist, äußerst komplex. Bereits beim Anbau prägen sich individuelle Eigenschaften ein und die anschließende Verarbeitung macht die Vielseitigkeit perfekt.
Übrigens: eine bekannte Varietät der Teepflanze ist die "Camellia assamica"; sie liefert traditionell den kräftigen, oft malzigen "Assam-Tee".

Woher kommt der Tee und was ist seine Geschichte?

Du kennst nun die Teepflanze - Camellia sinensis. Und so vielfältig das aus dieser Pflanze gewonnene Getränk ist, so tief reicht auch ihre Geschichte.

Diese Geschichte beginnt im alten China. Historische Aufzeichnungen deuten darauf hin, dass hier bereits vor 4.000 Jahren wildwachsende Teepflanzen verwendet wurden - ursprünglich noch als Arznei und nicht als Genussmittel.
Historisch belegt ist jedoch, dass Tee spätestens zur Han-Dynastie (ca. 200 v. Chr.) systematisch genutzt wurde.

Ebenfalls in China hat man dann begonnen, den Tee nicht mehr wild zu sammeln, sondern zu kultivieren und startete hier die heute sehr ausgeprägte Tee-Kultur. Er wurde Teil von Philosophie, Kunst und Ritualen - eben mehr als nur ein Getränk.

Im 8. - 9. Jahrhundert verbreitete sich der Tee dann erstmal nach Japan und Korea - meist durch Mönche, die die Samen und Wissen über den Tee mitbrachten. Dort entwickelten sich eigene, starke und sehr ritualisierte Tee-Kulturen, die bis heute anhalten (insbesondere in Japan). Es dauerte vergleichsweise nicht lange, bis auch in weiteren asiatischen Ländern das Getränk ankam.

Im 17. Jahrhundert fand der Tee dann über maritime Handelsrouten den Weg nach Europa. Vor allem die Niederlande waren damals ein riesiger Importhafen für Tee aus China. Die europäische Nachfrage war so groß, dass man weitere Anbaugebiete erschließen musste - denn grad in England entwickelte sich der Tee schnell zum Nationalgetränk.

Vielleicht auch deswegen waren es die Briten, die über ihre ausgiebige Kolonisierung neue Anbaugebiete erschlossen und mit dem systematischen Anbau von Tee außerhalb Chinas begannen. Hier fand man z.B. im indischen Assam die dort heimische Assam-Teepflanze.

Man könnte hier noch ewig und lange ins Detail gehen, doch ich denke, der Punkt ist klar geworden: Tee hat eine sehr lange Geschichte und prägt seit dem bis heute etliche Kulturen. Diesen kulturellen Spirit möchten auch wir dir gerne wieder ermöglichen.

Wo wird Tee heute angebaut? Die wichtigsten heutigen Anbaugebiete

Heute wird Tee in vielen Teilen der Welt angebaut, doch einige Regionen gelten als besonders prägend:

Asien

  • China – größte Vielfalt & Ursprungsland
  • Indien – Assam, Darjeeling, Nilgiri
  • Sri Lanka – klare, aromatische Schwarztees
  • Japan – hochwertige Grüntees
  • Taiwan – berühmte Oolong-Tees

Afrika

  • Kenia – einer der größten Exporteure, meist kräftige Schwarztees

Weitere Regionen

  • Nepal
  • Vietnam
  • Indonesien
  • Türkei
  • kleinere Anbaugebiete in Südamerika und Australien

Häufige Fehler bei der Teezubereitung

  • Kochendes Wasser auf grünen Tee - macht ihn sehr bitter
  • Zu lange Ziehzeit (vor Allem bei Grüntee)
  • Schlechte Lagerung bzw. Aufbewahrung
  • Billige Teebeutel für hochwertige Tees
  • Generelles Einengen der Teeblätter in Behältern - verhindert die richtige Entfaltung
  • Tee vorher abwaschen - wenn dann nicht mit heißem, sondern mit lauwarmen Wasser den Tee "aktivieren" und erst dann richtig mit heißem Wasser aufzugießen
  • aufgegossenen Tee entsorgen - oft schmecken der zweite oder dritte Aufguss eines Tess sogar am besten
  • falsche Menge (vor Allem zu wenig Tee und damit ein lasches Ergebnis)
  • Zu viel Tee zubereitet - guter Tee ist frisch immer am besten

Um diese und weitere Fehler zu vermeiden, gehen wir die Grundlagen im Tee-Handlung der der Zubereitung im Folgenden gemeinsam durch:

Was Du wissen solltest: Grundlagen über die Zubereitung und das Handling von Tee

Wie du mittlerweile bestimmt weißt, ist Tee nicht irgendein Getränk. Er ist besonders - und so sollte er auch behandelt werden. Die wertvollen Teeblätter liefern köstlichen Tee, wenn man weiß, wie man mit ihnen umgeht.

Im Folgenden gehen wir auf verschiedene Punkte im Handling und in der Zubereitung Deines Tees ein - denn wie beim Anbau des Tees etliche Einflüsse einen Effekt auf das Teearoma haben, so hängt dein letztlich Teeerlebnis ebenfalls von einigen Einflussfaktoren ab. Die wichtigsten Punkte, die du beeinflussen kannst und solltest, sind:

  • die Lagerung bzw. Aufbewahrung
  • die Wassertemperatur
  • die Ziehzeit des Tees
  • die Wasserqualität
  • die Dosierung
  • und Einges mehr

Lass uns dies im Folgenden genauer beleuchten und dafür sorgen, dass Dir Dein Tee immer perfekt gelingt.

Wie sollte Tee richtig aufbewahrt werden?

Das ist die absolute Basis und ein Must-Know für jeden Tee-Interessierten.

An sich ist das gar nicht so komplex. Es geht im Kern darum, den Tee vor äußeren Einflüssen zu schützen. Deinen Tee richtig zu lagern hilft, Oxidation und Aromaverlust (oder gar Fäule) zu verhindern. Die wichtigsten Aufbewahrungsregeln:

  • kühl lagern (Zimmertemperatur ausreichend)
  • trocken lagern
  • dunkel lagern - lichtgeschützt
  • möglichst luftdicht lagern - sonst reagiert der Tee mit dem Sauerstoff (es gibt zwar Ausnahmen, bei denen ein gewisser weiterer Reifungsprozess durchaus gewünscht ist - wie beim Pu-Erh; doch in der Regel lieber luftdicht lagern)
  • nicht neben Gewürzen, Kaffe oder anderen "Aroma-abgebenden" Lebensmitteln lagern - sonst kann der Tee diese fremden Aromen aufnehmen

Das sind die Basics und reichen an sich schon, um den Tee lange haltbar zu machen und zu schützen.

Geeignete Behälter

  • Edelstahldosen mit dichtem Verschluss
  • Glas nur, wenn Lichteinfall verhindert werden kann
  • versiegeltes Porzellan

Unsere Tees werden in Kraftpapiertüten mit einer Alu-Einlage geliefert; so sind auch sie vor all den genannten Einflüssen geschützt; dennoch sollten sie optimalerweise nach Erhalt umgefüllt werden.

Kann Tee im Kühlschrank aufbewahrt oder sogar eingefroren werden?

Vom Kühlschrank wird dringend abgeraten. Hier kann es zu ungewollter Feuchtigkeit kommen und die Temperatur ist nicht optimal.

Das Einfrieren im Gefrierfach ist grundsätzlich erstmal unproblematisch; doch Du kennst das vielleicht: Du hast etwas im Gefrierfach liegen, packst es aus und es haben sich Eiskristalle am Produkt gebildet. Meist nicht problematisch, doch beim Tee ein No-Go (Feuchtigkeit, wie bereits erwähnt). Wenn in die Tiefkühltruhe, dann nur völlig luftdicht verschweißt, so dass diese Eiskristalle sich nicht bilden können.

Wie lange ist Tee haltbar?

Vorab: Tee verdirbt nur sehr selten; doch er verliert an Qualität.

Bei richtiger Verpackung und Lagerung ist Tee ziemlich lange haltbar - die letztliche Haltbarkeit hängt dabei neben dem Handling auch von der Sorte ab. Ein frischer grüner Tee ist empfindlicher als zum Beispiel ein schwarzer Tee.

Genau bestimmen lässt sich das nie, da hier viel zu viele äußere Faktoren mit einspielen, doch man kann folgende Werte annehmen, wenn die Grundregeln der Lagerung berücksichtigt werden:

  • grüner Tee sollte innerhalb von einem Jahr genossen werden (nach der Ernte)
  • schwarzer Tee hält seine Qualität durchaus 2 Jahre und teilweise länger
  • weißer Tee ist in dem Punkt ähnlich wie grüner Tee
  • Oolong kann ebenfalls zwischen 1 und 2 Jahre seine Qualität halten
  • Pu Erh ist ein Tee, der sowieso von "Natur" aus noch ausreift. Bei richtiger Lagerung kann dieser daher noch Jahrzehnte problemlos aufbewahrt werden
  • Kräuter- und Früchtetees: zwischen 1 bis zwei Jahre

Wie das immer so ist, gibt es Ausnahmen und Abweichungen - vor Allem bei einem solch vielfältigen Produkt wie Tee. Neben der Sorte kann der Pflückzeitpunkt (erste oder zweite Ernte) die Haltbarkeit beeinflussen; es gibt spezielle Teespezialitäten die schneller verbraucht werden sollten (z.B. Matcha) und wieder andere, die durch ihre Verarbeitung absolut unempfindlich sind. Etliche andere Parameter können beeinflussen, wie haltbar ein Tee ist - doch die obigen Werte sollten als Anhaltspunkt erstmal ausreichen.

Dazu sei noch zu erwähnen: diese Werte bedeuten nicht, dass der Tee danach schlecht und ungenießbar wäre; nur dann fangen sie irgendwann an, Aromen und damit "Qualität" zu verlieren. Trinken kann man ihn danach trotzdem noch.

Nutze Deine Sinne, um zu prüfen, ob der Tee noch genießbar ist:

Zunächst mal kann ein einfacher Blick ausreichen; grüner Tee sollte sein sattes grün behalten und nicht vergilben oder braun werden. Schwarzer Tee kann tatsächlich Schwärze verlieren und ausbleiben - dann hat er seine besten Tage hinter sich.

Ein oft aufschlussreicherer Test findet über die Nase statt: Schwarzer Tee sowie Oolong sollte kräftig und aromatisch riechen. Riecht er muffig oder staubig - entsorgen.
Grüner Tee sollte frisch riechen und nicht nach Heu. Noch klarer wird der Geruchstest, wenn du ein Paar Blätter in den Fingern zerreibst; frischer und guter Tee sollte dann ätherische Öle abgeben, die du intensiv wahrnehmen kannst. Passiert das nicht, ist der Tee bereits zu alt.

Wasser - die unterschätzte Hauptzutat

Geschmacklich prägend für deinen Tee ist letztlich natürlich der.. nun ja, Tee eben. Doch Deine Hauptzutat für jeden Tee ist Wasser. Wir dürfen also nicht nur sorgfältig bei der Teepflanze und Auswahl des richtigen Tees sein und die eigentliche Hauptzutat außer Acht lassen!

Die Wasserqualität

- und damit meinen wir vor Allem den Härtegrad des Wassers (der Gehalt an Calcium und Magnesium). Je höher der Gehalt der Mineralstoffe, desto härter ist das Wasser (im Sinne des Härtegrades, natürlich nicht wörtlich).
Im Allgemeinen bevorzugen Tees eher sanftes (weiches) Wasser - und da kommt das Problem: normales Leitungswasser bei uns in Deutschland ist zwar durchaus gut und bedenkenlos trinkbar - für Tee aber oft zu "hart". Daher empfiehlt es sich, sein Wasser vor der Zubereitung zu filtern und die Mineralstoffe zu vermindern.

Warum das alles? Ganz einfach: kalkhaltiges (oder mineralstoffreiches) Wasser dämpft die Aromen aus dem Tee und lässt den Geschmack sich nicht voll entfalten. Das wäre doch sehr schade um deinen hochwertigen Tee.

Bei stark ausgeprägten schwarzen Tees muss das nicht sein; sie verfügen über reichlich Bitterstoffe, die durch die Mineralstoffe etwas gedämpft werden können. Der Tee wird also weniger bitter. Das ist aber eher die Ausnahme und nur bei starken schwarzen Tees der Fall.

Über das mehrfache Aufkochen von Wasser gibt es verschiedene Ansichten. Es heißt, das Wasser verliert mit jedem Kochvorgang an Sauerstoff und der Geschmack könnte abflachen. Handfeste Beweise gibt es dafür nicht. Ich würde es im Zweifel vermeiden, denn wozu das Risiko eingehen - doch von wirklicher Bedeutung sollte das nicht sein.

Welche Wassertemperatur für welchen Tee? - oft nicht berücksichtigt!

Man kennt es vielleicht von der Arbeit: in der Küche steht ein Wasserkocher und jeder macht sich seinen Tee völlig identisch: aufkochen, über den Tee gießen und die individuelle Ziehzeit abwarten.

Das kann man bei seinem standardmäßigen Beuteltee zwar so machen - sollte es bei hochwertigem Tee aber möglichst anders angehen.

Vorab sei gesagt: es gibt Empfehlungen und ein Paar No-Go's (zum Beispiel zu heißes Wasser bei Grüntee - macht ihn bitter) - doch wie der Tee bereits damals Philosophen beschäftigte, kann man heute noch die Temperatur philosophisch abwandeln und experimentieren.

Das Grundprinzip ist recht simpel:

  • Niedrige Temperatur → mehr Süße & Aminosäuren
  • Hohe Temperatur → mehr Bitterstoffe & Gerbstoffe

Du kannst die verschiedensten Tees auch einfach mit lauwarmen Wasser aufgießen und wirst ein völlig neues Erlebnis mit ein und dem selben Tee haben!

Orientierungswerte

  • Grüner Tee: 60–80 °C (sehr sensible Sorten eher mit 60°C)
  • Weißer Tee: 70–80 °C
  • Oolong: 75-80°C
  • Schwarzer Tee: 90–100 °C (bei feineren schwarzen Tees eher 90°C)
  • Pu-Erh: 100 °C
  • Kräuter- und Früchtetees: kochend (sprich 95-100°C)

Ich würde davon abraten, die Höchstwerte der jeweiligen Sorten zu überschreiten, da dies vor Allem bei sensiblen Tees mehr Bitterstoffe freisetzen kann. Experimentelle kältere Aufgüsse sind für Entdecker durchaus eine spannende Variationsmöglichkeit, den Tee nochmal völlig anders zu erleben.
Bei der richtigen Tee-Wahl musst Du Dir auch keine Sorgen um Schadstoffe machen, die dann nicht abgekocht werden; unsere Tees zum Beispiel sind Bio-Zertifiziert und somit frei von Pestiziden.

Auch hier bleibt es wie beim Tee eigentlich immer - vielseitig. Diese Orientierungswerte sind nicht in Stein gemeißelt. Auch hier gibt es wieder spezielle Sorten mit eigenen Regeln. Das soll nur mal das Gespür dafür geben, wie sich die Sorten von den Temperaturen unterscheiden.

Wie erreiche ich die richtige Wassertemperatur für Tee? Nützliche Tipps

Wir haben gerade eine Menge über die "richtige" Temperatur gelernt. Jetzt stellt sich natürlich die Frage: wie sorge ich denn für die passende Wassertemperatur?

Die meisten Wasserkocher tun das, was der Name aussagt - sie kochen Wasser. Es gibt allerdings auch Geräte, bei denen sich die gewünschte Temperatur einstellen lässt. Wer regelmäßig hochwertigen Tee trinkt, sollte da vielleicht mal drüber nachdeken.

Ansonsten ganz herkömmlich: Wasser aufkochen, Thermometer rein und warten, bis die richtige Temperatur erreicht ist.

Wem das alles zu aufwändig ist, der kann sich etwas auf sein "Bauchgefühl" verlassen. Es gibt Richtwerte, wie schnell sich Wasser abkühlt. Wenn man diese kennt, kann man sich einen Timer stellen und sein kochendes Wasser abkühlen lassen. Natürlich ist das nicht immer ganz genau. Man sagt, dass Wasser die folgenden Temperaturen hat (ausgehend von etwa einem Liter):

  • nach dem Aufkochen sind es 95 - 100°C
  • nach ein bis zwei Minuten sind ca. 80°C erreicht
  • nach grob 4 Minuten liegt man bei etwa 70°C
  • nach 8-10 Minuten sind es noch 60°C

Auf Dauer bietet sich aber die Nutzung eines Thermometers an - es wäre doch zu schade um deinen Tee, wenn er auf Grund der falschen Wassertemperatur nicht gelingt.

Wie lange sollte Tee ziehen? Und welchen Einfluss hat das?

Auch hier wieder vorab: die "richtige" Ziehzeit gibt es nicht. Es gibt Empfehlungen aber kein universelles Optimum.

Generell kann man sagen, dass der Koffein und die Aromastoffe im Tee sich früher lösen, als die Bitter- und Gerbstoffe. Somit verändert sich mit der Ziehzeit auch immer das Verhältnis zwischen diesen Bestandteilen und kann grad bei zu langen Stehzeiten zu einem Ungleichgewicht führen (zu bitter). Es gibt hier viele Theorien und Annahmen, von denen wenige vollends geklärt sind; so geht man davon aus, dass der sich früh lösende Koffein irgendwann zerfällt und dann das eher das beruhigende Theanin zum Tragen kommt (Theanin und Koffein haben eine entgegengesetzte Wirkung und würden sich der Theorie nach im Gleichgewicht neutralisieren).

Wer also eher einen anregenden Tee haben möchte (Koffein überwiegt), der sollte eher kurze Ziehzeiten wählen. Wer einen beruhigenden und vielleicht etwas bittereren Tee bevorzugt, lässt ihn etwas länger ziehen.

Dies ist aber, das möchte ich nochmal herausstellen, graue Theorie und wie das immer so ist, wird es 10 Experten mit 10 Meinungen geben.

Ich persönlich würde mich einfach nach den Empfehlungen richten und bei Zeiten meinen Entdeckersinn etwas ausleben, indem ich mit der Ziehzeit etwas experimentiere und schaue, welchen Effekt das auf meinen Tee hat. Jeder ist individuell und hat damit auch einen individuellen Geschmack - daher kann es gar nicht die eine richtige Lösung geben. Probiere es aus, taste Dich heran und du entdecke den Tee ganz für dich persönlich!

Hier ein Paar typische Richtwerte:

  • Grüner Tee: 1–2 Minuten
  • Weißer Tee: ca. 2 Minuten
  • Oolong: 1–2 Minuten
  • Schwarzer Tee: 4-7 Minuten
  • Pu-Erh: kurze, wiederholte Aufgüsse
  • Kräuter- und Fürchtetee: längere Ziehzeiten, damit sich das Aroma voll entfalten kann; sehr abhängig von der Sorte aber meist mindestens 5 Minuten und mehr

Was passiert bei zu langer Ziehzeit?


Nun, das werden einige vielleicht schon erlebt und sich gefragt haben "wieso schmeckt mein Tee so bitter?".
Grad beim Grüntee führt zu langes Ziehen zu einem bitteren Geschmack, da sich immer mehr Bitterstoffe aus dem Blatt lösen. Neben der Wassertemperatur ist das oft der Hauptgrund für bitteren Tee.

Tee ist sehr komplex - auch in diesem Punkt wieder. Die Ziehzeit hängt von sehr vielen Faktoren ab; die Wassertemperatur, die Sorte, die Blätter selbst und letztlich auch der gewünschte Geschmack. Dies ist also eine ganz eigene Welt die es sich zu entdecken lohnt.

Kanne, Beutel oder Sieb – wie Tee zubereitet werden sollte

Ich nehme das wichtigste Vorweg: frischer, loser Tee sollte optimalerweise immer in einer entsprechenden Teekanne mit Ablaufsieb zubereitet werden. Der Grund ist recht einfach: nur so kann der Tee "frei" im Teewasser schwimmen und seine Aromen vollständig entfalten. Loser Tee braucht Raum, um das volle Potenzial zu erschöpfen.

Dabei rate ich dazu, Dir eine kleinere Teekanne zuzulegen und dort immer nur so viel Tee drin zuzubereiten, wie ihn grade brauchst. Guter Tee ist frisch immer am besten und sollte direkt nach dem Aufguss genossen werden. Da wir ja gelernt haben, dass du Tee durchaus mehrfach aufgießen kannst, ist es auch kein großes Problem, Dir kurz hintereinander mehrere Tees zuzubereiten.

Natürlich gibt es auch hier wieder Ausnahmen und Tees, die du sogar kalt trinken kannst (und vielleicht auch möchtest); aber bei den meisten hochwertigen, frischen Tees empfiehlt sich der sofortige Verzehr.

Ob nun hochwertige Mehrweg-Teebeutelchen, Tee-Eier oder sonstige Lösungen für losen Tee - sie haben alle eins gemeinsam: sie engen den Tee ein und schränken ihn bei einer Enthaltung ein. Außerdem können einige Filter (vor Allem Mehrweg-Teebeutel) auf Dauer Aromen aufnehmen und ungewollt in andere Tees wieder abgeben.

Wenn Du derartige Lösungen verwendest, achte darauf, dass sie hochwertig sind (z.B. Tee-Eier aus Edelstahl oder Porzellan) und vor Allem darauf, diese niemals komplett voll zu machen. Lasse dem Tee dann wenigstens über die Hälfte des Filters an Platz, um sich zu entfalten. Je nach Teesorte ist der Effekt dann nicht so tragisch - jedoch für Tees, die quasi noch in Blattstruktur vorzufinden sind (z.B. viele grüne Tees), ist ein solcher Filter vollends zu vermeiden. Sie brauchen Platzt zum Aufgehen und würden hier deutlich schlechtere Ergebnisse erzielen, als in einer Teekanne.

Bei der Wahl der richtigen Kanne gibt es auch wieder viele verschiedene Meinungen.

Mit einer guten Glas- oder Porzellankanne (versiegelt) kannst Du eigentlich wenig falsch machen. Sie lassen sich einfach reinigen und geben selbst keinen Geschmack in den Tee ab. Glas bietet den kleinen Vorteil, dass du den Tee bei der Entfaltung gehen kannst. Natürlich sollte die Kanne einen integrierten oder herausnehmbaren Filter haben (am besten aus Edelstahl oder Keramik), damit der lose Tee beim Ausgießen nicht mit austritt.

Fortgeschrittene Tee-Trinker könnten sich zusätzlich eine Ton- oder unversiegelte Porzellankanne besorgen; man sagt ihnen nach, sie können Aromen aufnehmen und in spätere Aufgüsse abgeben. Das sollte man aber überlegt und nur mit bestimmten Teesorten machen (z.B. grünem oder Oolong Tee) und diese Kanne am besten auch nur für diese Art Tee verwenden. Um diesen Effekt zu nutzen, darf die Kanne nicht gereinigt werden - nur mit heißem Wasser ausspülen.

Kann man Tee mehrfach aufgießen? Meine klare Empfehlung

Jetzt kommt meiner Meinung nach das Beste: Du kannst bereits verwendeten Tee durchaus nochmal verwenden. Das interessante daran - ein und der selbe Tee gibt dir völlig verschiedene Geschmäcker nach weiteren Aufgüssen.

Im Kern kann man sagen:

Hochwertiger Blatttee ist für mehrere Aufgüsse gemacht.

  • Erste Aufgüsse: fein & aromatisch
  • Spätere Aufgüsse: tiefer & runder

Auch hier wieder das gleiche Spiel: die Veränderung hängt wieder stark von der jeweiligen Sorte ab und auch die Anzahl an Aufgüssen, die man machen kann, unterscheidet sich. Da wir bei exploratea Deine Neugier und Deinen Entdeckersinn anregen möchten rate ich auch hier: experimentiere ein wenig. Vielleicht wird Dein neuer Lieblings-Tee ja der zweite Aufguss eines feinen schwarzen Assamtees - wer weiß.

Welche Tees sich besonders eignen:

  • Oolong
  • Pu-Erh
  • Hochwertige Grün- & Weißtees

Versuche es aber auch gerne mit den anderen Sorten aus - kann ja nicht schaden.

Es empfiehlt sich im Allgemeinen, weitere Aufgüsse jeweils zeitlich zu verlängern, um auch noch die restlichen Geschmacksstoffe aus dem Tee herauszulösen.

Und das ist noch nicht alles!

Deinen "verbrauchten" Tee musst du nicht entsorgen. Er enthält nach wie vor noch Nährstoffe und lässt sich gut in Smoothies oder einem leckeren Quark einarbeiten. Sei kreativ - und entdecke weitere Möglichkeiten, aus Deinem Tee das absolute Maximum heraus zu holen!

PS: du kannst den Tee durch ein kurzes Abspülen mit lauwarmen Wasser schonmal "aktivieren" - die Blätter entfalten sich dann schonmal und geben dann ihre Aromen besser in den ersten richtigen Aufguss ab.

Trau Dich, zu experimentieren!

Tee ist zu vielfältig und komplex, um ihm die "eine Zubereitungsweise" zuzuschreiben.
Du hast nun schon einige Einflussfaktoren auf die Entwicklung und den Geschmack Deines Tees kennengelernt
- und daher möchte ich diesen Abschnitt nutzen, um Dich dazu bewegen, mit Deinem Tee etwas zu experimentieren.

Vielleicht magst du Deinen Tee ja lieber etwas stärker, etwas aromatischer, etwas frischer als jemand anderes. Daher schmeckt auch jede vorgeschlagene Zubereitung nicht jedem Menschen gleich gut.

Hier ein Paar generelle Anregungen - aufgeteilt nach den jeweiligen Teesorten:

  • grüner Tee: reagiert stark auf Wassertemperatur aber auch auf Ziehzeit. Er enthält viele empfindliche Pflanzenstoffe, die hier völlig unterschiedliche Charaktere ausbilden können. Das Wasser sollte nur nicht zu heiß sein - das macht den Tee bitter.
  • weißer Tee: reagiert stark auf unterschiedliche Ziehzeit und auf mehrere Aufgüsse. Lass ihn ruhig mal länger ziehen und wirf ihn keinesfalls nach dem ersten Aufguss weg. Du ahnst nicht, wie viel du noch aus weiteren Aufgüssen erhalten kannst!
  • schwarzer Tee: auch hier kannst du die Ziehzeit ein wenig anpassen - vielleicht mal verkürzen. Bei schwarzem Tee wird aber traditionell auch viel mit Zucker, Honig und/oder Milch experimentiert, um den Geschmack zu variieren
  • Oolong: diesen solltest Du definitiv mehrfach aufgießen. Ruhig auch 3 Mal; denn er neigt dazu, sich mit jedem Aufguss von einer anderen Seite zu zeigen.
  • Pu-Erh: dieser Tee reagiert vor Allem auf unterschiedliche Ziehzeiten und gibt hier verschiedene Nuancen ab. Aber auch dieser Tee sollte nicht nur ein Mal aufgegossen werden - das wäre zu schade um den hochwertigen Tee.
  • Kräutertee: hier kannst du auch mit der Ziehzeit experimentieren. Manche Kräuter brauchen etwas länger, um sich voll zu entfalten. Oft kann man diese Art Tee auch lauwarm bis kalt genießen.
  • Früchte-Tee: ein Früchte-Aufguss bietet sich optimal für einen typischen Eistee an. Man muss sie nicht zwingend heiß aufgießen, da Früchte heiß und kalt funktionieren.

Das sind nur generelle Tipps. Du bist natürlich frei in deiner Fantasie - so kannst du bei jedem Tee mit Ziehzeit, Menge, Temperatur und Aufgußanzahl experimentieren. Bei uns geht es ums Entdecken - und mit Experimenten lassen sich großartige Entdeckungen machen!

Wie viel Tee pro Tasse oder Liter? - die Dosierung

Und wie schon so oft in diesem Ratgeber - auch hier gibt es nicht die "eine Lösung" und auch hier entscheidet es sich vor Allen an der Teesorte und dem gewünschten Geschmack.

Was kann passieren?

  • Zu wenig Tee → flach
  • Zu viel Tee → bitter

Grundregel

  • ca. 1–1,5g Tee pro 100 ml Wasser; Sprich 10-15g pro Liter

Du kennst mittlerweile unser Motto: explore Tee with exploratea!
Deshalb rate ich Dir auch hier wieder: probiere es aus, taste dich ran und finde DEINE optimale Menge - denn die richtige Teemenge ist die, bei der DIR der Tee am besten schmeckt.

Das gilt übrigens auch für alle zuvor besprochenen Aspekte: die Ziehzeit, die Wassertemperatur, ja sogar der Härtegrad. Alles hat Einfluss auf den Geschmack Deines Tees; und so vielfältig wie der Geschmack des Tees durch verschiedene Einflüsse sich entwickeln kann, so vielseitig sind auch die individuellen Geschmäcker jedes einzelnen Menschen. Es wird daher in der Tee-Welt nie DIE Lösung geben - das Optimum. Denn dieses Optimum ist dann erreicht, wenn der Tee deinem individuellen Geschmack entspricht. Wenn dieser ganze Ratgeber also eines mitgeben soll, dann ist es folgende:

Dein Geschmack ist individuell und lässt sich nicht in Grundlagen herunterbrechen. Daher gibt es keine universelle Musterzubereitung. Das tolle am Tee ist, dass er so vielfältig ist, dass jeder hier seinen individuellen Geschmack selbst verwirklichen kann - einfach durch eine abweichende Zubereitung. Dein Geschmack ist nicht gleich dem Deines Nachbarn - wieso solltet ihr euren Tee dann gleich zubereiten?

Deshalb haben wir diese Marke ins Leben gerufen; Geschmack ist nicht gleich Geschmack und Tee ist nicht gleich Tee. Bei uns soll jeder etwas für seinen völlig individuellen Geschmack finden und den Tee so entdecken, wie einst die Mönche, die ihn über Asien schließlich in die ganze Welt verbreiteten. Entdeckung, Inspiration und Neugier ist es, was exploratea ausmacht - eine Reise um Die Welt und in der Geschichte. Begleite uns und lerne Tee völlig neu kennen!

Fazit

Guter Tee verzeiht wenig –
aber belohnt Aufmerksamkeit.
Wer Lagerung, Wasser, Temperatur und Zeit versteht, trinkt nicht nur Tee, sondern erlebt ihn.

Du möchtest jetzt deine eigene Tee-Entdeckungsreise starten?

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