Geschmacklich prägend für deinen Tee ist letztlich natürlich der.. nun ja, Tee eben. Doch Deine Hauptzutat für jeden Tee ist Wasser. Wir dürfen also nicht nur sorgfältig bei der Teepflanze und Auswahl des richtigen Tees sein und die eigentliche Hauptzutat außer Acht lassen!
Die Wasserqualität
- und damit meinen wir vor Allem den Härtegrad des Wassers (der Gehalt an Calcium und Magnesium). Je höher der Gehalt der Mineralstoffe, desto härter ist das Wasser (im Sinne des Härtegrades, natürlich nicht wörtlich).
Im Allgemeinen bevorzugen Tees eher sanftes (weiches) Wasser - und da kommt das Problem: normales Leitungswasser bei uns in Deutschland ist zwar durchaus gut und bedenkenlos trinkbar - für Tee aber oft zu "hart". Daher empfiehlt es sich, sein Wasser vor der Zubereitung zu filtern und die Mineralstoffe zu vermindern.
Warum das alles? Ganz einfach: kalkhaltiges (oder mineralstoffreiches) Wasser dämpft die Aromen aus dem Tee und lässt den Geschmack sich nicht voll entfalten. Das wäre doch sehr schade um deinen hochwertigen Tee.
Bei stark ausgeprägten schwarzen Tees muss das nicht sein; sie verfügen über reichlich Bitterstoffe, die durch die Mineralstoffe etwas gedämpft werden können. Der Tee wird also weniger bitter. Das ist aber eher die Ausnahme und nur bei starken schwarzen Tees der Fall.
Über das mehrfache Aufkochen von Wasser gibt es verschiedene Ansichten. Es heißt, das Wasser verliert mit jedem Kochvorgang an Sauerstoff und der Geschmack könnte abflachen. Handfeste Beweise gibt es dafür nicht. Ich würde es im Zweifel vermeiden, denn wozu das Risiko eingehen - doch von wirklicher Bedeutung sollte das nicht sein.
Welche Wassertemperatur für welchen Tee? - oft nicht berücksichtigt!
Man kennt es vielleicht von der Arbeit: in der Küche steht ein Wasserkocher und jeder macht sich seinen Tee völlig identisch: aufkochen, über den Tee gießen und die individuelle Ziehzeit abwarten.
Das kann man bei seinem standardmäßigen Beuteltee zwar so machen - sollte es bei hochwertigem Tee aber möglichst anders angehen.
Vorab sei gesagt: es gibt Empfehlungen und ein Paar No-Go's (zum Beispiel zu heißes Wasser bei Grüntee - macht ihn bitter) - doch wie der Tee bereits damals Philosophen beschäftigte, kann man heute noch die Temperatur philosophisch abwandeln und experimentieren.
Das Grundprinzip ist recht simpel:
- Niedrige Temperatur → mehr Süße & Aminosäuren
- Hohe Temperatur → mehr Bitterstoffe & Gerbstoffe
Du kannst die verschiedensten Tees auch einfach mit lauwarmen Wasser aufgießen und wirst ein völlig neues Erlebnis mit ein und dem selben Tee haben!
Orientierungswerte
- Grüner Tee: 60–80 °C (sehr sensible Sorten eher mit 60°C)
- Weißer Tee: 70–80 °C
- Oolong: 75-80°C
- Schwarzer Tee: 90–100 °C (bei feineren schwarzen Tees eher 90°C)
- Pu-Erh: 100 °C
- Kräuter- und Früchtetees: kochend (sprich 95-100°C)
Ich würde davon abraten, die Höchstwerte der jeweiligen Sorten zu überschreiten, da dies vor Allem bei sensiblen Tees mehr Bitterstoffe freisetzen kann. Experimentelle kältere Aufgüsse sind für Entdecker durchaus eine spannende Variationsmöglichkeit, den Tee nochmal völlig anders zu erleben.
Bei der richtigen Tee-Wahl musst Du Dir auch keine Sorgen um Schadstoffe machen, die dann nicht abgekocht werden; unsere Tees zum Beispiel sind Bio-Zertifiziert und somit frei von Pestiziden.
Auch hier bleibt es wie beim Tee eigentlich immer - vielseitig. Diese Orientierungswerte sind nicht in Stein gemeißelt. Auch hier gibt es wieder spezielle Sorten mit eigenen Regeln. Das soll nur mal das Gespür dafür geben, wie sich die Sorten von den Temperaturen unterscheiden.
Wie erreiche ich die richtige Wassertemperatur für Tee? Nützliche Tipps
Wir haben gerade eine Menge über die "richtige" Temperatur gelernt. Jetzt stellt sich natürlich die Frage: wie sorge ich denn für die passende Wassertemperatur?
Die meisten Wasserkocher tun das, was der Name aussagt - sie kochen Wasser. Es gibt allerdings auch Geräte, bei denen sich die gewünschte Temperatur einstellen lässt. Wer regelmäßig hochwertigen Tee trinkt, sollte da vielleicht mal drüber nachdeken.
Ansonsten ganz herkömmlich: Wasser aufkochen, Thermometer rein und warten, bis die richtige Temperatur erreicht ist.
Wem das alles zu aufwändig ist, der kann sich etwas auf sein "Bauchgefühl" verlassen. Es gibt Richtwerte, wie schnell sich Wasser abkühlt. Wenn man diese kennt, kann man sich einen Timer stellen und sein kochendes Wasser abkühlen lassen. Natürlich ist das nicht immer ganz genau. Man sagt, dass Wasser die folgenden Temperaturen hat (ausgehend von etwa einem Liter):
- nach dem Aufkochen sind es 95 - 100°C
- nach ein bis zwei Minuten sind ca. 80°C erreicht
- nach grob 4 Minuten liegt man bei etwa 70°C
- nach 8-10 Minuten sind es noch 60°C
Auf Dauer bietet sich aber die Nutzung eines Thermometers an - es wäre doch zu schade um deinen Tee, wenn er auf Grund der falschen Wassertemperatur nicht gelingt.